Die Bezeichnung Prothese bzw. Implantat wird in der Mittelohrchirurgie synonym verwendet.
Als Partialprothesen bezeichnet man Prothesen, die einen unversehrten und beweglichen Steigbügel voraussetzen. Totalprothesen werden verwendet, wenn vom Steigbügel nur noch die (intakte und bewegliche) Fußplatte vorhanden ist. Die Prothesen werden zwischen Steigbügelköpfchen bzw. Fußplatte und einer dünnen Knorpelscheibe (als Trommelfell- bzw. Transplantatverstärkung) unter geringer Spannung eingesetzt. In beiden Fällen kann, sofern noch vorhanden, auch der Hammergriff als Widerlager dienen.
KURZ®-Partialprothesen weisen gegenüber herkömmlichen Prothesen (meist Hohlschaftprothesen) eine Besonderheit auf: Sie imitieren die natürliche Ankopplung des Amboss-Steigbügel-Gelenkes. Eine passgenaue, anatomisch geformte Glocke überträgt den Schall direkt auf die Gelenkfläche des Steigbügels, anstatt auf die Steigbügelschenkel. Die vorteilhafte Formgebung gab der BELL-Prothese ihren Namen (engl. bell = Glocke).
Die Glocke gewährleistet einen sicheren Sitz auf dem Steigbügelköpfchen; ein Abrutschen ist unwahrscheinlich. Einzigartig sind die in der Glocke angebrachten Schlitze: Diese gewährleisten einen ausreichenden Platz für die Stapediussehne, ermöglichen eine Veränderung des Durchmessers der Glocke oder sogar das Aufsetzen der Prothese auf den Bogen des Steigbügels, sollte das Steigbügelköpfchen fehlen.
KURZ®-Totalprothesen sind in ihrer Formgebung außerordentlich filigran und ermöglichen dem Operateur die Implantation auch bei sehr engen anatomischen Verhältnissen, wie sie häufig in der Nische des Ovalen Fensters vorherrschen. Der lange, sehr schlanke Schaft assoziiert den Vergleich mit einer Antenne, die Totalprothesen werden daher AERIAL-Prothesen (brit. engl. aerial = Antenne) genannt
Titan erlaubt in seiner von KURZ verwendeten Reinheit und Formgebung ein intraoperatives Anpassen der Prothesen durch einfaches Zurechtbiegen. Ein zeitsparender und vereinfachender Vorteil.